(redirected from
Eressea.HenntLer)
"Bleib hier! Du machst es nur noch schlimmer!"
hallt der ruf durch die einsamen gassen der monderleuchteten stadt.
die stimme seines vaters, des obersten der sippenwächter flehte fast und er war sich
sicher, die wut, aber auch die verzweiflung in seiner stimme zu hören.
doch er konnte nicht anhalten, hatte er doch einen zu kostbaren schatz gestohlen.
naja, gestohlen kann man nicht wirklich sagen.
stein und bein würde er schwören, daß das uralte buch ihn gerufen hatte.
nicht wie die stimme seines vaters. nein nein, das war anders.
um ein vielfaches übertraf jenes drängen das seines vaters an macht, doch
niemandem
hatte er sich anvertrauen können... oder wollte er nicht?
so waren tage und wochen vergangen und es zog ihn immer öfter in den tempel
der
draconis, in dem die uralte artefakte und das gesammelte wissen der halblinge über
die
nahezu ausgestorbenen echsen gesammelt waren.
schließlich verbot seine mutter ihm den besuch des tempels, aber natürlich wußte
er,
daß auch dahinter sein "allgegenwärtiger" vater steckte.
das rufen wurde daraufhin immer eindringlicher und nichts anderes mehr bestimmte sein denken.
ER war der auserwählte, ER würde die prophezeiung erfüllen.
doch niemand würde ihm glauben.
so blieb ihm nur eins, das LEX ET MAGUS DRACONIS zu befreien und zu
studieren,
die enthaltenen zaubersprüche untersuchen und... naja, vielleicht würde ER
ihre
kraft ja wieder wecken können, den IHN hatte das buch ja erwählt.
doch im moment sah es schlecht aus.
die stimme seines vaters erscholl ganz in der nähe und nach wenigen schritten
quoll
die von ihm geführte stadtwache in die dunkle seitengasse, verstellte ihm
jeden ausweg.
flehentlich blickten seine augen, als sein vater mit ausgestreckter hand auf
ihn zuschritt und das buch verlangte.
doch natürlich wußte er, daß dies nur gespielt war, weil grad so viele
seiner
anhänger anwesend waren. nichts würde ihn vor dem zorn bewahren können, der nur
für
ihn erkennbar unter der oberfläche dieser maske der gütigkeit brodelte.
so sammelte er all seine kraft, von angst genährt und sprach die alten worte
der
macht, forderte von der kraft des buches die erfüllung seines befehls.
panik weitete die augen seines vaters, als er erkannte, was vor sich ging, was
sein
sohn auszulösen im begriff war und er stürzte vor.
doch zu spät.
in einem blutroten wirbel zerstieben die verfolger, fenster splitterten und
ein
hundertfacher todesschrei ließ die stadt in kaltem schweiß erwachen.
das opferblut sammelte sich, bildete eine gezackte wunde im gefüge der nacht und
der
junge halbling wurde besinnungslos in die wirbel des dahinterliegenden chaos
gesogen.
was würde aus ihm werden?
würde er das buch bezwingen oder zu seinem sklaven werden?
wo würde ihn das chaos wieder freigeben?
AUSGESTORBEN!
Gehört zu: Voelker